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Archiv: Beiträge 2026

Clara


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Sonntag, Oktober 25, 2026

Fliegenpilze und leere (Drogen-)Flaschen,

................


Nach einigen Regentagen in der Oktobermitte ging ich mit Clara wieder den von alten Birken gesäumten Weg am Eselsbett-Wald entlang. Die Fliegenpilze von meinen letzten Fotos waren verrottet oder kurz davor. Dafür hatte der Regen schöne junge aus der Erde quellen lassen :-)

Unter dem "Geisterbaum" am Reihenende der alten Birken (Beitrag 10. Oktober) hatten Leute gefeiert: jedenfalls lagen weit gestreut leere, kleinere braune Flaschen herum... aber zu meinem Erstaunen kein einziger Kronkorken! Ich hatte einen Müllsack im Auto und sammelte die Flaschen ein: 10 Stück und einige als Scherben. Weiß der Teufel, was die "Feiernden" aus diesen von Etiketten sauber befreiten Flaschen getrunken hatten. Google nennt einige chemische Substanzen, die typischerweise in solchen Flaschen verkauft werden.

Clara belohnte ich für ihre Geduld mit der nicht einfachen Suche nach sehr kleinen Leckerli im Gras und im Laub. Sie fand alle :-)



Donnerstag, Oktober 22, 2026

Blick auf Henglarn, durch Mischwaldstreifen

und eine kleine, schwebende Fichte


Anfang Oktober zeigte sich der Herbst sonnig und zögerlich. Ich spazierte mit Clara erstmalig auf den Höhen südlich unseres Dorfes an Weiden mit ihren Scheunen vorbei. Die Bäume hier hatten beachlich hoch und breit wachsen dürfen.

Der Weg führte über die Hangkante mit wirklich schönem Blick auf unser Heimatdorf. Dann ging es sanft abwärts ins Dorf herunter. Uns überholte eine sportliche Wanderin: "Das muß sein, einmal täglich raus in die Natur :-)" stimmte sie mir lächelnd zu.

Einzelne Frauen, manchmal auch Männer, begegnen uns übrigens häufiger spätnachmittags oder abends zum Sonnenuntergang in Laufnähe unserer Dörfer. Wer auf´s Land zieht, der wird oft von der Natur dort hingezogen :-)


Am nächsten Tag fuhr ich mit Clara auf einen uns neuen Weg von all der vielen Wege in den Wäldern bei Böddeken. Die Streifen an den Forsträndern waren alter Mischwald. Dieser Weg war relativ wenig von Schwarzwild umgepflügt worden, was das Gehen einfacher machte.

Das Laub an den Bäumen war noch dicht und nahezu komplett grün. Ein einzelner Baum fiel mir deshalb durch seine komplett goldgelbe Belaubung auf. Google kärte mich auf: Ein Zürgelbaum (auch Nesselbaum genannt) aus der Familie der Hanfgewächse. Ich hatte noch nie davon gehört. Da er sehr resistent gegen Trockenheit und Hitze ist, wird er in der Forstwirtschaft auch als "Klima-Baum" bezeichnet. Ich fand ihn in seinem herbstlichen Goldgelb sehr schön.

Auf der Rückfahrt entschied ich einen Umweg zu fahren und auf den Höhenweg beim alten Kloster mal unter der Autobahnbrücke durchzuspazieren.

Die Autobahnbrücke führte in nur circa drei Metern Höhe über den Weg. Ich war über den entsetzlichen Krach unter ihr überrascht: er war kaum auszuhalten! Clara weigerte sich deshalb schon vieleicht 50 Meter davor auch nur einen Schritt weiterzugehen! Sie hat Recht, dachte ich und wir kehrten um!


Am nächsten Tag nahm ich mit Clara einen parallelen Weg zu dem Weg, wo ich vor Kurzem die frische Doline entdeckte. Der Buchenforst war erstaunlich licht, und seine Ränder wie hier sehr oft noch schöner alter Mischwald.

Ich war maßlos überrascht, als ich hinter Brombeergestrüpp einen frei in der Luft schwebende kleinen "Tannenbaum" entdeckte! Ich fand einen Blickwinkel, aus dem ich das Rätsel lösen konnte.

Eine Fichte hatte vor ihrem oben abgestorbenem Stamm darunter noch einen starken Seitenast in gut zwei Metern Höhe. Nun, eine Fichte braucht ihren mittigen Stamm zum Weiterwachsen! Diese hatte eine Lösung gefunden :-)

Aus dem starken Ast hatte sich ein Zweig zum neuen Mittelstamm entwickelt! Wo der alte tot und nackt noch in die Höhe ragte, wuchs er hochlebendig parallel ebenfalls hoch. Er hatte sich schon seit ein paar Jahren zu einer schönen, kleinen Fichte- ohne eigenes Wurzelwerk - entwickelt. Sozusagen frei schwebend.

Bislang hatte ich nur aus horizontal auf dem Boden liegenden Laubbaumstämmen neue Stämme sich aus Ästen entwickeln gesehen. Die vertikale Etagen-Architektur dieser Fichte war mir neu - die Kreativität der Natur faszinierte mich einmal mehr :-))


Montag, Oktober 19, 2026

Ein freundlicher Kolkrabe, Stöbern über eine

Talwiese und neue Bienenwiesenflecken


Der letzte Tag des Septembers zeigte sich schon als "Goldener Oktober". Ich traute mir zu nach vielleicht drei Jahren den relativ steilen Pfad aus dem Bündeltal auf die Höhe wieder einmal zu nehmen. Reichlich Pausen auf meinem Höckerchen würden helfen.

Clara nahm das steile Wegstück auch langsamer als früher - ich glaube sie wollte nah bei mir bleiben, denn anders als ich zeigt sie noch keine Alterseinschränkungen.

Der Weg oben führte entlang des steilen, bewaldeten Abhangs weiter. Auf der anderen Wegseite war eine wilde Hecke, die hin und wieder so hoch war, daß sie uns Schatten spendete. Dahinten lagen Weiden, aber keine Kühe mehr. Der Grasweg führte in sanftem Auf-und-Ab am Ende des Weidengebietes in Wald hinein.

Im Bündeltal lebten bis vor ein paar Jahren, als wochenlang Waldarbeiter mit ihren Riesengeräten zugange waren, einige Kolkraben. Sie beobachten uns damals und grüßten uns tief überfliegend kurz krächzend :-). Ja, dann waren sie wegen der Unruhe im Wald weggezogen.

Wie freute ich mich, als auf der Höhe ein Rabe über uns herflog. Sein "Krächz" beantwortete ich mit einem ähnlichen Laut. Er kehrte um, um und aus der Höhe zu inspizieren. Es schien ihm zu gefallen, daß ich geantwortet hatte :-). Dann kamen wir an der Waldkante an:

Den alten "Torbogen" - ein über den Weg reichender, hoch oben abgebrochener dicker Baumast - gab es nicht mehr. Der Wald wirkte erschreckend dunkel mit seinen hohen Laubbäumen und Lärchen.

Ich beschloß den so schönen, bei milder Wärme im immer wieder gleißendem Sonnenlicht liegenden Grasweg zurück zu gehen. Welche erneute Freude: der Rabe kam nach einer kleinen Weile zurück, er zog einen Kreis über uns, krächzte kurz und zog weiter :-)


In den nächsten Tagen hatte ich trotz Schmerzmedikamente so starke Rückenschmerzen, daß ich es kaum, trotz längerer Sitzpausen, zu gehen schaffte. Trotzdem war es schön für mich, draußen den Duft und die Farben des golden werdenden Herbstes zu genießen. Claras geduldige Freude tat mir auch gut :-)

Der schützende Wald, der tiefe Himmel, die kreative, duftende Schönheit der Natur schenkt mir immer seelische und körperliche Entspannung. Der Rücken schmerzt dann weniger, oder anders gesagt, er beherrscht mich nicht mehr.


Mein geschädigter Rücken erholte sich langsam, als ich einen Tag lang nur flach lag, die Rückenwirbel also die Nerven zwischen ihnen überhaupt nicht belasteten. Clara sprang entzückt an mir hoch, als ich am nächsten Tag wieder rief "Wir gehn spazieren".

Ich wollte immer schon mal von einem Weg auf der südlichen Höhe von Henglarn durch die dichten, wilden Wiesen runter an den von Gesträuch und einer einzelnen prächigen hohen Eiche dicht umsäumten schmalen Bach. Die Wiesen waren jetzt im Herbst gut durchgehbar.

Die Büsche und Bäume waren noch ganz überwiegend grün, weil es im Sommer hinreichend geregnet hatte :-)


Jahrelang war ich nicht mehr auf der nördlichen Hochebene des Altenautals spazieren gewesen. Das lag an den ständig zunehmenden Riesenwindrädern dort oben. Eine Industrie, die die Landwirtschaft vertrieben hat, da sie mehr Geld einbringt...

Einem Impuls folgend, fuhr ich nun doch einmal wieder hin - wenigstens an seine Kante zum Wald auf den Abhängen runter zum Tal.

Ich war positiv überrascht, daß bunte Blumenwiesen für Bienen und und zur Regeneration der Böden bei einigen Windrädern ausgesät worden waren :-). Vielleicht schafft das Leben - die Pflanzen, Pilze, Bakterien, die Würmer und anderes Leben im Boden es ja, mit den von Wind und Wetter abgelösten Beschichtung der Propeller mit ihren Giftstoffen irgendwie fertig zu werden... Vieleicht...

Clara und ich gingen den Weg am bewaldeten Abhang entlang und dann auf einer Abbiegung sanft abwärts weiter.

Ein wunderschönes, von der Forstwirtschaft längere Zeit vergessenes Waldgebiet. Nach einer Weile kehrten wir zufrieden um :-)


Freitag, Oktober 16, 2026

Im Wald und im Klee, im sumpfigen

Bruchwald und entlang einer wilden Hecke


Ende September fuhr ich mit Clara zu den Waldwegen, wo auch noch einige alte Nadelbäume stehen. Dort hat man anders als im Buchenforst gute Chancen auf ungewöhnlich Pilze zu stoßen. Der Heggewald hinter Husens Flauerstweete-Tal hat einige solcher Pfade.

Clara kam auf ihr Vergnügen: im Freiraum unter alten Bäumen rumtummen! Pilze sah ich allerdings kaum. Wir spazierten auf dem Weg zwischen Wald und Kleefeldern weiter. Die Sonne stand tief, sie durchschien die höheren Kleeblätter und machte sie so zu kleinen, grünen Leuchtern :-)


Am nächsten Tag fuhren Clara und ich wieder zum Weg entlang eines wilden Waldstreifen, wo Fliegenpilze unter alten Birken wuchsen. Ich fotografierte wieder einige, bevor wir dort in den Wald hinein gingen, wo junge Fichten von inzwischen abgeholzten Eltern unter überwiegend Buchen mit dem Wind ausgesät worden waren.

Aber in dem Boden war kein Mycel von Fliegenpilzen, dafür von reichlich anderen Pilzgattungen. Mir gefielen besonders die rosaroten Täublinge.


Am nächsten Tag fuhr ich mit Clara spätnachmittags nur auf die Höhe hinter dem Nordhang des Altenautals bei und zuhause.

Wir wanderten über leere Kuhweiden entlang einer wilden Hecke.

Solch eine Hecke beherbergt viele Vogelnester; für des Überleben von Rebhühnern ist sie so gut wie lebenswichtig. Und für Feldhasen sowie Kaninchen ist sie eine wichtige Schutzanlage. Ich freue mich, daß es hier bei uns noch viele solcher Hecken gibt :-)

Wir kehrten um, als wir auf eine Schafherde stießen. Der Hirte hatte die Hecke vor uns als Teil der Einzäunung seiner Herde genutzt.


Dienstag, Oktober 13, 2026

Der Pfad entlang der alten Teiche im

Schwarzen Bruch


Je nasser der Boden, um so mehr Pilze, dachte ich mir und fuhr mit Clara und Gaby zu den früheren Fischteichen im stets moorig-nassen Schwarzen Bruch. Der Pfad beginnt am Seerosenteich neben drei Ferienhäusern. In der Wiese rundum wuchsen Pilze wie kleine, mehrstöckige Siedlungen.

Der Pfad führt dann entlang eines kleinen Moorbaches, der von einigen Moorlöchern und Lachen im Wald gespeist wird. Die herrlich vielfältigen Ausformungen der Pilze regten meine Phantasie an, ließen mich staunen und immer wieder mal schmunzeln :-)

An einer Stelle kommt man ganz gut in den Wald hinein. Ein kleiner Quellbach fließt dort vorbei. Clara schmiß sich mit totaler Begeisterung rein. Sie war hier überhaupt außer Rand und Band.

Viele der Pilze hatten ihren Hut zum Trichter geformt und hielten darin noch mehr oder weniger viel Regenwasser fest.

Während ich mich den Pilzen widmete, waren Gaby und Clara über einen uralten, einfallenen Damm zwischen den sumpfigen, früheren Fischteichen zu den Wiesen gegangen. Ich rief Clara nach einer Weile, sie kam zurück gedonnert mit einem halb schwarzen Gesicht! Sie hatte den direkten Weg durch den Moorsumpf genommen!

Sie sah so von Moorerde maskiert nahezu gefährlich aus, worüber Gaby und ich lachen mußten :-). Wir machten uns auf den Rückweg.

Zuhause wusch ich Clara erst mal unter der Dusche die Moorfasern von Kopf, Front und Beinen ab. Sie fand das ok :-)


Samstag, Oktober 10, 2026

Zauberpilze, Baumgeistern und entlang

eines toten Forstes


Ende September waren die Nächte kalt und naß, aber die Tage sonnig und warm. Ich fuhr mit Clara zum von alten Birken gesäumten Weg im Bereich des Restmoores Eselsbett, um zu sehen, wie die prächtigen Fliegenpilze dort Tag für Tag und gediehen und vergingen.

Innerhalb von zwei Tagen waren neue Fliegenpilze gewachsen und ausgewachsene schon mehr oder weniger angefault. Es hatten auch hellgelbe, ihnen ähnliche Pilze die Erde durchbrochen.

Ich ging einem Impuls folgend mit Clara kurz in den Wald an der anderen Wegseite hinein. Sie hatte sich dort das letzte Mal einige Zecken eingefangen, seitdem mied ich dieses Waldstück eigentlich. Welche Überraschung, wir standen auf einmal unter Baumgeistern :-)

Ich freute mich über diese Initiative. Das waren Naturfans gewesen :-). Wir stöberten noch ein wenig weiter in diesem naturbelassenen Waldstreifen herum.

Zu meinem Erstaunen kamen wir an einem liegenden Baum vorbei, der sich wie auf einen Ellenbogen hochstützte und so kerzengerade weitergewachsen war!

Wir spazierten noch auf einem Parallelweg weiter, wo viele alte Bäume an den Wegseiten von den Forstleuten verschont worden waren. Nachempfindbar, daß die Gebrüder Grimm hier die oft schaurigen Märchen in den Walddörfern erzählt bekamen.


Am nächsten Tag wählte ich einen Wanderweg im Schwarzen Bruch, einem Teil des ehemaligen weiträumigen Bruchwaldes und Hochmoores, von dem als Restmoor das "Eselsbett" übrig geblieben ist. Zunächst geht man noch durch Waldreste, aber bald führt der Weg mehr oder weniger weit entfernt von einem toten Fichtenforst weiter.

Ich sah mich bei alten Nadelbäumen nach Pilzen um und war wieder fasziniert von deren unendlich erscheinenden Formvarianten. Ich merkte erst, daß Clara sich eine Weile selbstständig gemacht hatte, als sie zurück gerannt kam.

Es war um die Mittagszeit, die Sonne schien gleißend vom tiefblauen Himmel herab. Sie versöhnte mich mit der menschlichen Mißwirtschaft in der Natur. Es wird ja inzwischen auch mehr nachgedacht über all die naturgegebenen Vernetzungen von allem. Ich sah gelassener auf die toten Stämme am Horizont.


Mittwoch, Oktober 7, 2026

Schöne, lustige, bizarre Pilze sowie ein

Hexenei und ein Dachsbau


Besonders unter alten Nadelbäumen findet man erstaunliche Pilze. Eine Ecke des Waldes am Rande der Bleikuhlen von Blankenrode ist solch eine Stelle.

Wo ich am Waldrand alte Fichten sah, suchte ich mit Clara den Boden um sie herum ab. Clara rollte sich dabei genüßlich auf dem dicken Teppich getrockneter Nadeln herum :-)


Die Hegge, das Plateau nördlich oberhalb des Altenautals, hat auch noch kleinere Bereiche mit alten, meist gesunden Fichten. Wir hatten Gaby dorthin mitgenommen.

Wir fanden am Waldrand sogar ein paar echte und viele falsche Pfifferlinge!

Im Waldrand entdeckte ich eine große Wölbung, in der etwas wie ein Stein aussah, aus der Nähe aber als die Oberfläche eines Pilshutes erkennbar war. Dies "Hexenei" drückte sich wie bei einer Geburt aus dem Waldboden heraus.

Google Ki verriet mir, daß dies "Hexenei" genannte Ding ein sich hochdrückender Gemeiner Stinkmorchel in seinem noch geschlossenen Entwicklungsstadium ist.

Wir streiften ein wenig durch dies Waldstück und ich entdeckte ein ziemlich großes, ovales Loch im Boden. Es war ein Eingang zu einem Dachsbau. Fuchsbauten habe neben dem Eingang in aller Regel Reste von Futter und Kot herumliegen, aber dieser Eingang war völlig sauber, wie es typisch für Dachse ist.

Drei Tage später fuhr ich mit Clara zur selben Waldstelle, ging aber dann einen anderen Seitenweg bis zum wegen Bauarbeiten gesperrten, asphaltierten Heggeweg. Gut zu sehen, daß diese Arbeiten fast fertig waren.

Einen Knollenblätterpilz erkenne ich jetzt ziemlich sicher an seinen Fetzen auf dem Hut. Sie erinnern an altes, dünnes Pergamentpapier. Ich schob trotzdem etwas Erde um seinen Fuß herum beiseite, um nach seiner Knolle zu sehen.

Clara hatte Spaß auf ihre eigene Art :-)

Ich pflücke und esse aus dem Wald nur Steinpilze, weil ich diese sicher erkenne. Google informierte mich gerade auf Nachfrage, daß in deutschen Wäldern nur 1.4 % aller vorkommenden Großpilze eßbar sind! Zu den Google Pilzbestimmungen, die ich unter den Pilzen nenne, spricht seine KI übrigens grundsätzlich aus Vorsicht von "wahrscheinlich".


Sonntag, Oktober 4, 2026

Beginn der Pilzzeit im Nadelwald und

die ersten Glückspilze


Mitte September verwöhnte uns die Sonne an tieblauem Himmel. Ich hatte wieder verstärkte Probleme mit meiner etwas instabielen Wirbelsäule. Trotzdem fuhr ich mit Clara in den Wald; einmal wegen ihr, aber auch wegen meiner selbst, denn der Wald schenkt mir Wohlsein für Körper und Seele. Außerdem begann die Pilzsaison.


Zwei Tage später fuhr ich mit ihr zu einen Mischwald bei Kleinenberg, wo es einen schmalen Streifen echten, alten Nadelwaldes gibt. Auf der waldabgewandten Wegseite konnte ich einmal wieder zwei prächtige, urgestaltige Buchen bestaunen.

Es gibt dort einen alten Nadelwaldstreifen, den wir durchstreiften. Er führt im rechten Winkel vom Weg ab, das heißt irgendwann konnte ich den Weg nicht mehr sehen. In der Regel durchstreife ich wegen meiner schlechten Orientierung den Wald parallel zum Weg. Ich mußte mich hier auf Clara verlassen.

Wir fanden viele richtig hübsche Pantherpilze, auch einige Perlpilze. Beide Arten ähneln dem Fliegenpilz, denn sie tragen noch Reste der Gesamthülle des Baby-Pilzes auf Tupfen auf ihrem Hut.

Durch den Fichtennadelteppich hatten sich auch einige Sorten von Röhrenpilze, so wie die delikate Ziegenlippe und z.B. die sehr ähnlich aussehenden Bitterröhrlinge hochgedrückt.

Pilze, das heißt deren Fruchtkörper, sterben in der Regel schnell verfaulend ab. Wenn man ein echter Pilzsammler ist, muß man nach Regen gleich in den Wald raus, um sie frisch zu pflücken.


Am nächsten Tag fuhr ich mit Clara zu einem äüßerst dichten Fichtenforst im Gleichen Waldgebiet wie der Waldstreifen oben. Da Schneisen hinein geschlagen worden waren, konnten wir auch hinein. So viele Pilze, nahezu "Zwergensiedlungen", sah ich selten!

Clara genoß hier den dicken, weichen Fichtennadelteppich :-)


Es müßten zur Zeit auch erste Fliegenpilze zu finden sein. Am Folgetag fuhren wir - Gaby wollte gerne auch mit - zum von alten Birken gesäumten Weg zum Eselsbett-Restmoor. Ans Moor grenzt hier auch ein Birkenwald mit einem Aussichtsturm darüber.

Fliegenpillze wachen im Wurzelgeflecht von Birken und Fichten. Entlang dieser alten Birken-"Allee" fand ich in den letzten Jahren Mengen dieser so schönen, stolzen Glückspilze. In alten Zeiten wurden sie in Osteuropa/Sibirien getrocknet an Weihnachten (oder mit der zeitgleichen Wintersonnenwende im Sinn) in Tannenbäume gehängt.

Der dichte Farn, in dem die Fliegenpilze hier am Birkenweg wuchsen, war schon gemäht worden. Ein schöner Glückspilz lag abgemäht am Farnrand. Ich nahm ihn mit zum Trocknen nach Hause. (Mit dem bloginternen Suchprogramm kann man viele wunderschöne Fotos von Fliegenpilzen finden.)

Wir spazierten weiter zum Birkenwald. Gaby fand einen schon älteren Glückspilz ;-)

Ich werde mit Clara in den nächsten Wochen alle unsere alten Fundstellen einmal aufsuchen. Mit Glück sehen wir frisch aus der Erde geschlüpfte in ihrer vollen Pracht.


Donnerstag, Oktober 1, 2026

Weiße "Puffbälle", Felsklötze und

ein Knollenblätterpilz


Gegen die Septembermitte hielt sich das Wetter feucht, daß heißt wir konnten auf Pilze hoffen. Der Weg auf der Höhe des Südhangs des Altenautals oberhalb von unserem Dorf war im Frühling von hohem Gras für uns zu zugewachsen gewesen - jetzt war er sicherrlich gemäht. Wir fuhren hin.

Mir sprang ein kleiner, weiter hinten im Laub leuchtendweißer Fleck ins Auge - kein Plastikteilchen, es war ein nur daumennagelgroßer, kugelrunder Pilzwinzling. Er hatte feinste Stachelchen auf seiner Haut. Ein Stäubing, wie mir KI-Gemini erklärte.

Außer Totholzpilzen fanden wir keine weiteren. Clara freute sich natürlich trotzdem, sie rollte sich jedenfalls genüßlich im Laub. Wir spazierten nach einer Weile zurück.

Auf dem Wiesenrand kurz vor unserem Auto sah ich einen weißen Ball, ein wenig in Eiform, von altem Gras halb verdeckt. Auf dem Hinweg hatte ich ihn wohl deshalb übersehen.

Ich legte den Ball frei und versteckte für Clara ein Leckerli darunter, um sie mit diesem Ding fotografieren zu können. Es war steinhart, fest und ohne Stiel. Es sah wirklich wie ein Kürbis aus! Nun, es war ein Bovist - demnach auch ein Puffball, wenn man so will ;-)


Die kleine Straße durch die Egge nach Hardehausen war nun auch gesperrt worden, also ein Grund mal endlich wieder in die Wälder hinter Kleinenberg zu fahren. Das Felsenmeer dort ist immer eine Verlockung.

Der Abhang von Hochplateau war außerordentlich steil und tief. Die manchmal fast bis zimmergroßen Klötze waren durch Verwitterungsprozesse nach und nach herunter gerollt. Und werden das eine lange Zeit auch noch weiter tun.

Clara wirkte lustlos. Gaby war mit und ging wie gewohnt manchmal vor, um Clara zum Hin-und-Her-Rennen zu animieren. Aber sie trottete nur weiter. Arthritis hat sie gottseidank nicht, denn sie humpelt nie. Ich dachte daran, daß sie schon 8 Jahre alt ist. Sie wird mit uns alt.


Am nächsten Tag fuhren wir in die nördliche Egge, nordöstlich des Felsenmeeres. Der Wald hier war anders als gewohnt: fast horizontal verlaufende Regenwasserrinnen lagen wie in Schichten übereinander. Boden und Luft waren sehr feucht.

Der Wald hier war so, wie wir ihn lieben: alte, raumgreifende Nadel- und Laubbäume sowie junger bis mittelalter Nachwuchs immer wieder in neuen Formationen. Gaby begleitete uns wieder. Clara war trotz des sehr warmen Wetters viel lebhafter als am Vortag im Felsenmeer. Sie rannte zwischen Gaby und mir wieder hin und her, um ihr "Rudel" zusammenzutreiben ;-)

An belichteten Wegrändern im Talgrund wuchsen viele Schachtelhalme, mancher einen Meter hoch. Und an den beschatteten Wegteilen im Wald freute ich mich an den Herzförmigen Blättern des Huflattich, an deren Rändern dicke Tautropfen glänzten.

Das Highlight war für mich ein Knollenblätterpilz! Er sah so hübsch wie ein Champignon aus und ich überlegte, ihn zu essen. Aber aus grundsätzlicherr Vorsicht heraus fragte ich zuerst Google Lens, ob es wirklich ein Champignon sei. Und als Antwort kam von KI Gemini, es sei ein Knollenblätterpilz! Das ist der Giftigste unserer heimichen Pilze; über 70 % der Vergifungen mit ihm verlaufen tödlich!

Ich schob das Laub und etwas Erde um seinen Fuß herum beiseite - und die ihn kennzeichnende Knolle kam zum Vorschein! Ich entdeckte ihn hier erstmalig bewußt.


Montag, September 28, 2026

Im Birkenwald, im Eichenwald und auf

giftigen Bleiwiesen


Es war Anfang September und feuchtes Wetter, also eine Zeit um auf Pilze zu hoffen. Ich fuhr mit Clara zum Birkenwald am Rande des Moors "Eselsbett". Dort hatte ich in früheren schon mal Steinpilze gesehen.

Wir entdeckten in der Farnwildnis dort einen schönen Birkenpilz.

Der Wind bließ über das flache Tal - er brachte die Birken zu einem erstaunlich lauten, helltonigem Rauschen. Es war deutlich lauter, als ich es von unseren Buchenwäldern her kenne. Vermutlich lag das an den vergleichsweise kleinen, feinen und hoch beweglichen Birkenblättern. Kleine Birkensamen flogen in Massen durch die Luft.

Dieser Wald mit seinem taillenhohen, den Boden völlig bedeckenden Farn und seinem lichtdurchlässigen Laubdach hatte seinen ganz speziellen, zarten Charme.


Am nächsten Tag fuhr ich mit Clara zu einem Eichenwald, der mit nur wenigen Buchen durchsetzt war. Unter Eichen befindet sich setzs viel freier, laubbedeckter Platz. Für Clara bedeutet das immer viel Freiheit zum Rumtollen :-)

Unter einer Eiche entdeckten wir einen Spei-Täubling. Die sind zum Teil eßbar. Aber nach dem alten Motte "nomen est omen" verzichtete ich auf einen Test ;-)


Clara und ich waren länger nicht mehr bei den Bleikuhlen gewesen, einem früheren Abbaugebiet von Bleierz (Galenit). Also hin.

Die weltweit nur hier wachsenden lila Galmeiveilchen blühten seit vielen Wochen und immer noch. Die lila Lupineninseln im weitgehend giftigen Erdbereich waren dagegen bis auf eine einzige Pflanze verblüht und verschwunden.

Wir gingen über dies giftverträgliche Gras zum Waldrand. Auf manchen Grasbüscheln sackte man weich und tief ein wie in einem Moor. Dabei war hier alles trocken. An anderen Stellen sackte man genauso tief ein, aber abrupt in ein verdecktes Loch. Sogar Clara ging für ihre Verhältnisse vorsichtig voran.

An einem der großen, alten Nadelbäume hatte eine oberschenkeldicke Wurzel einen Stein hochgedrückt und teilweise freigelegt. Eine Erdhöhle war darunter entstanden; ein Schutz für Kleintiere vor Regen, Schnee oder Feinden.


Freitag, September 25, 2026

Ein neues Stück Waldpfad entlang

der renaturierten Altenau


Den Waldpfad vom Staubecken der Altenau an der Annenkapelle bis zum Überlaufteich am Dalheimer Piepenbach auf halber Höhe des Hangs entlang der mäandrierenden Altenau war/ist einer der schönsten Pfade in underer Gegend. Vor ein paar Jahren wurde er durch umgestürzte Bäume undurchgängig.

Inzwischen ist diese Blockade durch ein neues Stück Pfad weiter unten am Hang umgehbar. Und, wie ich auf der Wanderkarte entdeckte: an seiner tiefsten Stelle kann man einen Abstecher mitten hinein ins sumpfige Auental der Altenau machen! Ich fuhr mit Clara hin. Sie rannte gleich vom Parkplatz aus den schmalen Hangpfad hoch, der vom asphalierten Talweg abweicht. Sie liebt ihn. Nun, sie würde sich wundern, wenn wir diesmal an der Blockadestelle nicht umkehren würden :-)

Der neue Pfad blieb unten neben einem leeren, gerade verlaufendem Bachbett. Ich überlegte, daß dies das alte, kanalisierte Bachbett gewesen sein könnte. Viele Bäume zeigten beeinddruckende Balanceakte, um nicht von der hohen Uferkante vom Regen weggewaschen zu werden.

Dieses alte Bachbett war eine Auffangrinne für all die Bäume, die sich mit all ihren Wurzelkraft irgendwann nicht mehr gegen die Schwerkraft hatten wehren können. Ein Bild gewaltiger Kräfte...

Irgendwann bog ein Trampelpfad wieder runter zum Talgrund ab. Ein Gatter mit Schild daran war erkennbar: vermutlich der Abzweig zu der sich wieder frei windenden Altenau. Ja, "Hunde anleinen - auf dem Pfad bleiben"

Hinter dem Gatter wurde der Boden leicht sumpfig und wir mußten auf feuchte Kuhdunghaufen aufpassen. Alte, bemooste Äste lagen herum. Clara und ich stapften vorsichtig zum Bachübergang aus dicken, großen Steinen.

Clara wollte den Bach im Wasser durchqueren, die Steine erschienen unnötig dazu. Und ich hatte Sorge, mit Clara an der Leine auf diesen Brocken die Balance zu verlieren. Der Matschboden lockte mich auch nicht wirklich rüber. Ich würde für diesen Pfad auf eine trockenere Gelegenheit warten. Wir wanderten zufrieden die Wildnis genießend zurück.


Dienstag, September 22, 2026

Der Spätsommer endete zu Claras und

meiner Freude kühl


Die letzten Augusttage waren erfreulich frisch. Ich fuhr mit Clara in die Egge und sah, daß ein alter Forstweg von Gesträuch frei gemacht worden war, den ich einige Jahre wegen seiner Verwilderung nicht mehr genutzt hatte. Allerdings war er so stark von Schwarzwild aufgewühlt, daß er dadurch immer noch etwas beschwerlich war.

Aber Clara gefiel er! Sie nutze einen kleinen Wiesenfleck um sich dem Wohlgefühl des Rumrollens hinzugeben :-). Und ich sah einige Besonderheiten, so wie einen langen, blühenden Gilbweiderich in drei Meter Höhe in einer Stammgabelung!

Nach einer Weile schloß sich der Wald vor uns. Wir konnten aber noch gut ein wenig hineingehen. Ich warf einige Leckerli ins Laub, ohne daß Clara deren Landungsstelle sehen konnte. Sie war also eine Weile konzentriert und geduldig damit beschäftigt, diese in Kreisen um mich herum zu suchen.

Als Clara sich schnuppernd vergewissert hatte, daß meine Gürteltasche keine Leckerlis mehr verbarg, ging sie zufrieden mit mir zum Auto zurück.


Es regnete in den September hinein. In einer Regenpause fuhr ich mit Clara in den Meerhofer "Erlebniswald", weil ich hier schon zweimal Steinpilze gefunden hatte. Und nach Regen im beginnenden Herbst, ich machte mir Hoffnung auf diese köstlichen Pilze. Aber umsonst :-(

Die Kuhlen waren alle leer, und der Waldboden nur oberflächlich feucht. Auf Pilze mußte ich noch warten.


An einem kühlen Spätnachmittag fuhren Clara und ich mit Gaby und zwei Rosenscheren zum Puttenholz, um die im letzten Sommer vor den Vertrocknen geretteten drei Tännchen von sie völlig überwuchernden Brombeerranken zu befreien. Sie hatten unter ihnen kaum Licht zum Wachsen bekommen.

Das rack-zack Abschneiden machte riesigen Spaß. Ein sehr netter Mann mit einem Schäferhund und einem durch Arthrose invaliden, zweiten Hund begegnete uns. Er hatte für seinen alten, humpelnden Hunden einen Hundewagen dabei: wenn der sich hinlegte, wurde er in diesen Wagen gehoben, bis er wieder laufen wollte. Der Schäferhund gehorchte aufs Wort, hatte zu Claras Enttäuschung aber keine Lust mit ihr zu spielen. Er war vom herumliegnden Bruchholz so fasziniert, daß ihm alles andere um sich herum egal war :-). Der Mann fand unsere Brombeerschneideaktion einfach toll :-). Gaby machte ein Foto; ich diesmal gar keins.

Clara beobachtete unsere Schneideaktion mißtrauisch. Jedenfalls kam sie vernünftigerweise nicht auf die Idee, sich auf dem Boden rumzurollen. Sie tat es erst, als wir zurüch am Grasplatz beim Auto waren :-)


Die ersten Septembertage waren Regentage. Frühherbst eben. Stu, Clara und ich faulenzten nur im Haus :-)

Als auch ich keine Anstalten machte, mich aus meinem Sessel zu erheben, nahm Clara das Faulenzen gott- und wetterergeben hin :-)


Samstag, September 19, 2026

Naturwaldzelle im Bürener Wald


Hinter der Einsiedelei im Friedenstal (der Name wurde dem Tal wegen des großen Soldatenfriedhofs dort gegeben) gibt es einen Wanderweg entlang einer Naturwaldzelle. Clara und ich spazierten aber zunächst einen Abhang hoch, der dem Lauf eines Bachbettes weiter unten folgte.

Diese Regenwasserabflußbäche sind in unserer Gegend, da nicht wirtschaftlich sinnvoll zu nutzen, naturnah geblieben. Deshalb lieben wir Wege, die ihnen folgen. Oben auf der Höhe begann ein Forst. Clara und ich erleben deren Uniformität als wenig anregend, deshalb gingen wir zurück.

Unten, wo der Weg zur Naturwaldzelle beginnt, entdeckten wir etwas seitwärts liegend ein weitgehend von steilen Steinwänden umrundetes flaches Becken. Beeindruckend, diese waagerecht liegenden Kalksteinschichtungen und die dicken Wurzeln, welche die Bäume an den Kanten aufrecht hielten.

An einer Seite war diese Steinwand von Regenwasser abgeflacht, wir konnten dort vorsichtig hinaufkraxeln und zum Naturwaldzellenweg jenseits der Höhe wieder hinunter.

Diese Naturwaldzelle schien mir noch jung zu sein, denn die meisten der herumliegenden Stämme waren von Sägen gefällt worden, nicht von Wind und Wetter. Etwas unheimlich waren die dunklen Tiefen der Bachrinne unter den quer darüber liegenden, schon bewachsenen Stämme.

Clara sprang in ein riesiges Erdloch hinein. Sie schaute sich um und überlegte, welchen Aufstieg sie nun nehmen könnte :-). Ihr gefiel es hier, sie erlebte diesen Naturwald noch intensiver als ich.

In den Bürener Waldern gibt es inzwischen mehrere solcher Naturwaldzellen. Diese Entwicklung freut mich sehr.


Der nächste Tag brachte eine drückende Schwüle, die in mir jeden Unternehmungsgeist lähmte. Auch Clara wirkte schlapp. Wir machten nur einen kurzen Rundgang im nahen Waldstreifen hinter unserer Straße.


Mittwoch, September 16, 2026

Ein blockiertes Nasenloch, Clara im

Adrenalinrausch und mehr


Die letzte Augustwoche blieb angenehm frisch und leicht regnerisch. Ich war an einem dieser Tage auf einer Geburtstagsfeier gewesen und kam erst am frühen Abend zurück. Clara hatte noch keinen Spaziergang gehabt - also ab ins Auto und los.

Wir fuhren zum nahen Muchtal, das in einer besonderen Dämmerunsstimmung dalag: tiefgraue Wolken, die in ihrem Kern rosafarbenes Sonnenlicht reflektierten. Der Mond war schon aufgegangen.

Clara war glücklich; sie hatte nicht mehr fest damit gerechnet, überhaupt noch raus zu kommen :-)


Am nächsten Tag kam Gaby mit uns. Ich wollte ihr unsere neu entdeckte, ja sogar offensichtlich neu entstandene Doline zeigen. Siehe vorvorigen Beitrag unten.

Der Weg dorthin wirkte, als hätten Waldarbeiter vor Jahren ihre Arbeit abrupt eingestellt. Gaby hat keine richtigen Outdoor-Schuhe, aber sie stieg tapfer mit ihren glattsohligen Straßenschuhen über all das manchmal auch auf dem Weg sogar gehäuft rumliegende große und kleine Gehölz herüber. Dieses riesige, offensichtlich frische Erdloch, die Doline, ließ sie dann staunen.

Nach einer Weile weiter auf dem alten Forstweg, der schon kurz vor der Doline im rechten Winkel abgebogen war, gingen wir zum Auto zurück, weil Clara uns in Schrecken versetzte. Sie nießte immer wieder gewaltig los! Ihr ganzer Körper schüttelte sich dabei.

Dies zwanghafte Nießen bedeutete, sie hatte eine Granne oder Ähnliches beim Schnüffeln ins Nasenloch bekommen. Eine Granne muß wegen ihrer Widerhaken häufig herausoperiert werden! Aber wir hatten Glück: Langsam wurden die Pausen zwischen den Nießanfällen etwas länger. Sie versuchte sich selbst zu helfen, indem sie ihre Nase in der feuchten Erde rieb, die Wildschweine aufgerissen hatten. Als wir beim Auto ankamen, hatte ihr Nießen gottseidank ganz aufgehört :-)


Am Folgetag fuhr ich mit Clara hoch zum Puttenholz. Ich wollte nachsehen, wie es den drei Tännchen geht, die nach einem Kahlschlag dort gepflanzt worden waren. Nur diese drei hatten den letzten trockenen Frühling und Sommer überlebt, weil ich sie mit Flaschenwasser versorgt hatte.

Ich war erstaunt, wie schnell dieser Kahlschlag wieder zugewachsen war. Von den Baumstümpfen war so gut wie nichts mehr zu sehen. Junge Buchen überwölbten sogar inzwischen den Pfad.

Die von den Förstern vor zwei Jahren neu gesetzten Tannen waren von ihnen sich selbst überlassen worden. An sich ist das richtig, aber dann muß man vorher genau überlegen, für welche Bäumchen man das Geld ausgibt. Und die eingepflanzten Amerikanischen Riesentannen sind an der feuchten, nördlichen Westküste der USA und Kanadas zuhause. Sie brauchen Regen, der dort hinreichend fällt - aber bei uns inzwischen kaum noch!

Unsere wilden Brombeeren sind die nächste Gefahr: Sobald sie genug Licht bekommen, überwuchern sie mit aggresivem Wachstum alle anderen Pflanzen. Die Tännchen waren mitten unter diese Brombeeren gepflanzt worden. Das nächste Mal bringe ich eine Gartenschere mit und schneide "meine" drei Tännchen soweit es geht frei.


Den nächsten Spaziergang machten Clara und ich gemeinsam mit Gaby. Wir fuhren zur alten Einsiedelei (Meinolfus Kapelle) bei Kloster Böddeken, das heute ein Internat ist.
Google KI: "Der Name rührt vom freiweltlichen adeligen Damenstift Büdiken her, das im Jahre 837 n.Chr. von Meinolph, dem Sohn eines sächsischen Edelings, gegründet worden war und dessen Mutter Wichtrud die erste Äbtissin des Stifts wurde. Die Meinolphs-Kapelle unweit des Stiftes erinnert an den Gründer und ist heute Erbbegräbnis der Familie von Mallinckrodt.")

Die uralte, aber noch voll vitale Sommerlinde vor dem Kapelleneingang beeindruckt wohl jeden mit ihren bizarren Formungen, die sie im Laufe ihres Lebens entwickelte.

Auf den Wiesen bei dieser Einsiedelei und den Grabstätten spielten Gaby und ich mit Clara Mantrailing. In ihrer Jugend hatte ich mit ihr in einer Gruppe diese Aufgabe oft mitgemacht. Ich hörte damit auf, als ich wegen meiner Rückenprobleme nicht mehr an ihrer Leine hängend ihr Tempo mitmachen konnte. Ok, Gaby versteckte sich hinter Bümen an der Waldgrenze. Clara kennt das Kommando "Such" genau. Ich hatte sie hier nicht an der Leine - und sie erstaunte mich: sie rannte etwas vor und hielt dann an, bis ich "endlich" nachkam. Sie versteht das Man-Trailing als gemeinsame, spannende Aufgabe. Bei Gaby angekommen, die sie natürlich gleich aufspürte, riß sie ihr das Leckerli fast aus der Hand. Ein Lohn gehört eben zu jedem Job :-) Auf der Wiese tollte Gaby auch noch ein wenig mit ihr herum.

Auf der Fahrt zurück nach Hause hielten wir oberhalb des früheren Klosters Böddeken an und spazierten entlang einer herrlichen Eichenalle. Solche prächtigen, freistehenden Eichen sind selten geworden.

Zuhause forderte mich Clara gleich in hochtonigem Gebell auf, mit ihr auf dem Teppich weiter zu spielen, was bei ihr rumbalgen meint ;-). Sie war definitiv noch im Adrenalinrausch! Herrlich :-)


Sonntag, September 13, 2026

Eine Steinwand, eine Wiesenquelle und

ein dornenreicher Pilgerweg


Neulich spazierte ich mit Clara (siehe Beitrag 4.8.26) durchs Waldtal bei Böddeken. Die vielen Glockenblumen am Wegrand bezauberten mich sehr. Im Wanderführer war eine Kalksteinwand als sehenswert markiert, die ich aber leider nicht gefunden hatte, obwohl ich daran vorbei gegengen sein muß. Ein Grund, noch einmal diesen Weg zu nehmen.

Der sich windende Regenwasserbach entzückte mich wieder in seiner wilden Urtümlichkeit. Wasser als Landschaft gestaltende Kraft! Diesmal aber richtete ich meine Aufmerksamkeit aber mehr auf die Steilhangseite des Weges. Eine Felswand dürfte nur dort zu finden sein. Und richtig, hinter einer Blätterwand entdeckte ich sie.

Sie erhob sich ein wenig hinter mehr als mannshohen Büschen und einem fast zugewachsenen, tiefen Bodenloch. Clara folgte mir nicht; zog es vor, auf dem Weg auf mein Wiederauftauchen zu warten ;-)

Kalkgestein trat vor und hinter dieser Wand vermehrt und verwittert an der Oberfläche des Hanges zutage. Die geduldig gestaltende Kraft des Wassers konnte ich auch hier ablesen: Risse entstanden, verbreiterten sich und sprengten schließlich das Gestein.

Leider waren alle so wunderschön blauen Glockenblumen verschwunden, denn die Ränder des Weges waren inzwischen abgemäht worden. Also freue ich auf sie im nächsten Sommer :-)


Gegen Ende August regnete es endlich. Das Land durstete. Ich fuhr mit Clara Richtung Holtheim. Wir gingen ins Tal, wo sie und ich vor Jahren eine Quelle entdeckt hatten, die aus dem Wurzelbereich einer alten Eiche entsprang. Wie ich erwartet hatte, war diese Quelle zur Zeit versiegt.

Es war keine Rinderherde auf der Weide, also konnten wir über die Wiesen zum östlichen Holtheimerbach darüber laufen. Einige Stellen waren sumpfig, denen wichen wir aus. In Anbetracht der Trockenheit der letzten Wochen floß ziemlich viel Wasser im Bach.

Wir gingen bis zu einem kleinen Zufluß aus den Wiesen am Ufer entlang. Ein Rinnsal nur, wir folgten ihm zu seiner Quelle. Diese lag vielleicht zwei Höhenmeter tiefer als die versiegte Quelle an der Eiche. Bei einem höheren Grundwasserspiegel stehen diese tieferen Stellen der Weiden im Wasser.

Es begann wieder zu regnen und wir fuhren nach Hause.


Der Regen hielt schauerweise an. Die moderaten Temperaturen von in der Spitze nur 25 Grad machten Clara und mich glücklich :-).

Der uralte und vergessene Pilgerpfad zwischen Atteln und Ebbinghausen hatte mich schon immer mal gelockt. Vom Ebbinghausener Ende war er inzwischen unzugänglich. Vom Attelner Ende waren wir ihn immer nur ein kurzes Stück spaziert, da die Brombeerbüsche ihn sich mehr und mehr einverleibten. Ich wollte es trotzdem einmal wenigstens bis zum Waldrand versuchen.

Mein Klapphöckerchen, das ich immer für kurze Geh-Pausen bei mir habe, diente mir hier auf diesem völlig unebenen Weg als durchaus wirksame "Balance-Stange". Und da dieser Weg von ihn überwölbenden Brombeerranken voll war, diente es mir auch als Mittel diese runter zu drücken oder beiseite zu halten. Ein paar Mal hatten mich solche Ranken am Sprunggelenkt wie eine Fußangel festhalten. Ich zog sie dann mit der Höckerchenstange wieder weg, um mir die Hände nicht zu verletzen. Ein echtes Mehrzweckwerkzeug!

Ich hatte mich immer gewundert, daß Clara bei unseren Abenteuern ;-) sich noch nie an Brombeerdornen verletzt hatte. Jetzt beobachtete ich warum: Sie überstieg die Ranken oder drückte sich unten drunter durch - und das ohne langsamer zu werden oder sonstwie zu zögern! Auf diesem Weg allerdings zögerte sie ein- oder zweimal vor einem dichten Dornenrankengewirr. Ich schob diese mit dem Höckerchen dann auch für sie beiseite.

Clara ging den ganzen Weg wenige Meter vor mir her. Ich war beeindruckt, wie sie aus ihrer niedrigen Sichthöhe heraus immer die manchmal sogar weggewaschene Reifenspurrinne der vor Jahren hier hergefahrenen Trecker auswählte, die im Vergleich die besser zu bewältigende war!

Clara hat noch viel Wolf in sich - außer daß ihr jeder Jagdinstinkt fehlt. (Dafür liebt sie Schaukämpfe, besonders mit mir ;-) Sie bleibt unterwegs stets bei mir. Wunderbar, denn ihre Sicherheit in der Natur ist mir so wichtig, daß ich dafür ihre Unsicherheit in der "Zivilisation" gerne hinnehme.


Donnerstag, September 10, 2026

Wir entdeckten eine neu entstandene Doline


Die Sommerhitze trieb mich morgens in den Wald. Ich packte Clara in ihr Auto und wir fuhren zum nahen Wald an unserer Autobahnauffahrt. Der neulich wiederentdeckte (siehe Beitrag 25.6.26), ziemlich verwilderte Pfad lockte mich. Und Clara sowieso ;-)

Der durch die Hitze trocknende Waldmeister verströmte seinen betörenden Duft im ganzen Wald. Ich atmete ihn immer wieder tief ein - wunderbar.

In diesem Wald standen alte Eichen und Buchen immer wieder mal frei. An anderen Stellen wies junger Buchennachwuchs auf die Beforstung hin. Die Geschichte des Waldes als früheren Fichtenforst erkannte man an jungen Fichten, die von alten Laubbäumen "adoptiert" worden waren. Es lag viel Bruchholz herum, aber auch gelegentlich gefällte dicke Stämme. Ein Wald voller Vielfalt.

Clara hatte ganz besonders gute Laune - so wie ich die immer wieder anders ge- und bewachsenen Waldszenen bewunderte, erlebte sie wahrscheinlich die Duftwelten hier.

Ich mußte nicht lange warten, bis sie ihrer Freude durch Rumräkeln im Laub Ausdruck gab. Ich schaffte es diesmal sogar scharfe Fotos davon zu machen :-). Ihre Freude erinnert daran, wie Babys herumstrampeln, wenn sie zufrieden und glücklich sind.

Nach einer Weile sah ich vor uns an der Seite einen hellen, frisch entstanden wirkenden Erdfleck. Ich dachte, da wurde ein mächtiger Baum entwurzelt oder irgend etwas Ähnliches. Hatte Waldarbeiter im Verdacht. ABER:

Als wir näher kamen erkennte ich meinen Irrtum. Wir standen vor einem symmetrischen Erdtrichter! Das ist die typische Form einer Doline! Ein Loch in einer Kalkschicht über einer unterirdischen Höhle hatte die Erde verschluckt! Wir leben ja hier in einem Karstgebiet, also war dies eine naheliegende Erklärung. Diese Doline mußte ziemlich noch frisch sein, denn es waren weder im Grund noch an den Seiten Spuren von Pflanzenwachstum zu erkennen. Spuren menschlicher Tätigkeit gab es übrigens auch nicht. Und da überhaupt kein Laub in ihr lag, kann sie erst nach dem letzten Herbst eingebrochen sein.

Ich war begeistert und nannte mich selbst einen Glückspilz, eine Doline mitten im stillen Wald entdeckt zu haben.

Clara ließ sich anstecken, sie ging nah an den Trichter heran - und warf sich hin um an der Kante ihre Faßrollen zu drehen! Aus ihrer Sicht war der Erdrichter nur eine etwas sehr groß geratene Kuhle! Also erst mal vorsichtig am Rand testen ;-)

Der Weg war schon seit einiger Zeit nicht mehr gut erkennbnar gewesen. Und bald nach dieser Doline schien er sich aufgelöst zu haben. Wir gingen beschwingt zurück :-)
Nachtrag 20. 9. 20256:
Diese neue Doline wurde in die Datenbank des Geografischen Dienstes NRW eingefügt.


Montag, September 7, 2026

Im unteren Totengrund


In der zweiten Augusthälfte wurde das Wetter für einge Tage wieder sehr heiß. Ich ging mit Clara in unteren Totengrund - dort im Wald war es vormittags noch nicht zu warm.

Der Bach hat hier mehr Regenwasser gesammelt und damit abzuführen als im oberen Totengrund, sieh vorigen Beitrag. Das Bachbett bildete deshalb viele Nebenarme, kleine Inseln und Halbinseln. Je höher das Wasser stieg, um so mehr davon. Der Totengrund zeigte sich hier leicht chaotisch.

Wir wollten zum Grund runter, mußten aber eine für mich nicht zu steile Möglichkeit erst mal finden. Manche Gradwege zwischen leeren Wasserlöchern waren echt schmal - eine spannende Herausforderung, wenigstens für mich ;-)

Es machte Spaß auf den schmalen Graden zu gehen. Clara lief sicheren Fußes vor, ich langsam und vorsichtig hinterher. Am Grund war die Erde noch leicht feucht, Clara legte sich darauf - aber rollte sich nicht darin herum. Die kühle Erde war offensichtlich für sie angenehm unter ihrem Bauch :-)

Laubkuhlen für Clara - zum Faßrollenspaß - gab es auch genug. Wir durchstreiften diesen Abschnitt des Totengrunds voller Lust und Laune. Angeschwemmtes Bruchholz umgingen oder überkletterten wir dabei.

Dieser Teil des Totengrundes liegt unterhalb des großen Picknick-Pilzes am Asphaltweg auf circa halber Höhe der Talschlucht. Hier streifen häufiger Kindergarten- und Schulgruppen durch die Natur. Um so erfreulicher, dass ich keine einzige Müll-Hinterlassenschaft sah :-)!

In solch verwildertem Gelände blühen Clara und ich auf. Jeder Schritt hält die Aufmerksamkeit fest im Hier und Jetzt. Clara genoß es sichtlich, daß ich ihre größeren Sprünge nicht mehr aus Angst um sie verbiete. Ich habe verinnerlicht, daß sie ihre Leistungsgrenzen besser kennt als ich :-)

Clara weiß, daß ich oft Leckerli im Gürtel dabei habe. So wie diesmal. Sie kam zu mir und starrte auf meinen Gürtel. Das Leckerli machte ihr Glück vollkommen ;-)


Freitag, September 4, 2026

Im oberen Totengrund


Der Totengrund am Rand unseres Dorfes ist eine bewaldete Schlucht, an deren Grund sich ein Bachbett windet. Es ist nur bei Starkregen gefüllt, je nach Dauer des Regenwetters aber so hoch, daß Inseln und Seitenarme den ganzen Talgrund beherrschen. Zur Zeit herrscht aber Regenmangel, man kann den trockenen Talgrund durchstöbern.

Clara war aus dem Häuschen vor Freude. Ein Gelände nach ihrem Power-Herzen ;-). Nach einigen Rauf-runter-Runden durch die sanften, nur alle zig Jahre mal gefüllten oberen Hochwasserrinnen schmiss sie sich in einer auf deren weich belaubten Grund und rollte sich vor Vergnügen auf dem Rücken herum. Schnelle Fassrollen beherrscht sie perfekt!

Das Gelände fiel sanft ab bis zum steinigen Bachbett. Clara liebt ihre Fassrollen, und hier konnte sie diese immer wieder üben ;-). Das eigentliche Bachbett hatte in den Zurven hohe, steile Uferkanten, wir fanden jedoch Abstiegsmöglichheiten in diesem sich selbst überlassenen Tal.

Alte, mächtige Bäume hielten mit ihrem Wurzelwerk am Ufer der Erosion durch Regen und Strömung lange Stand. Ich fand es faszinierend, wie dies hier zu beobachten war.

Clara und ich durchstreiften den Talgrund bachabwärts. Angeschwemmtes Geäst und Stämme hatten oft Hindernisse für das Wasser gebildet. Als Folge hatte es dort durch Strudeln Löcher ins Bachbett gedreht. Erstaunlich tief waren sie machmal.

Ich liebe es über natürliches Gelände zu gehen: wenn ich jeden Schritt anders als den letzten setzen muß, hält mein Rücken besser durch. Die Monotonie des Gangs auf geraden, geglätteten Wegen strapaziert meinen Rücken durch die stets gleiche Belastung deutlich mehr.

Zurück hinauf zum Auto suchten wir uns einen anderen "Weg". Wir waren beide glücklich über dieses kleine Abenteuer ;-). Am nächsten Tag fuhren wir zu der Gleichen Stelle im Totengrund. Es war einfach zu wild und schön dort :-)

Zurück gingen wir aber diesmal jenseits des Bachbettes einen alten, inzwischen ziemlich verwilderten Forstweg direkt entlang des Bachbetts.

Im ganzen Tal war es wegen durch die kühlenden Bäume nicht zu warm für uns. Zudem war uns keine einzige Zecke begegnet. Ich beschloß die nächsten Tage wieder im Totengrund zu spazieren - eigentlich spazierten wir ja nicht, wir erkundeten den Wald :-)


Dienstag, September 1, 2026

Bürgerwald Blankenrode und

Claras Traumwald :-)


Mitte August war das Wetter warm, aber wir mußten keine wirkliche Hitze durchstehen. Ich fuhr mit Clara zum Wald direkt am oberen Dorfrand von Blankenrode. Zunächst kamen wir an viele Meter langen Holzstapeln vorbei. Es waren offensichtlich in den letzten Jahren sehr viele Bäume im angrenzenden Wald gefällt worden.

Es freute mich, daß nach diesen Stapeln gleich ein Schild "Bürgerwald" stand. Die Blankenroder Jagdhornbläserschaft hatte vor 5 Jahren eine Aufforstung des unmittelbar ans Dorf grenzenden Kahlschlaggebietes initiiert :-)

Wir gingen weiter in den alten Wald hinein. Gefällte Eichenstämme säumten den Weg. Clara blieb auf dem Kiesweg, sie schnupperte rum, zeigte sich interessiert, aber keine Ausgelassenheit und Begeisterung. So wie ich ;-)

Zurück beim Auto entdeckten wir einen Trampelpfad, der versprach durch einen urigen Waldteil der Egge zu führen. Ich merkte ihn mir für ein nächstes Mal :-)


Am nächsten Tag Fuhr ich mit Clara in die Egge hinter Blankenrode, weil ich auf der Wanderkarte dort einen den Hinweisen nach besonders schönen Trampelpfad gefunden hatte. Er entpuppte sich als ein Wald, wie ihn sich Clara erträumt: weicher Laubboden und viel Platz zum Rumrollen unter den Bäumen.

Clara jubelte: alle fünf Minuten warf sie sich wieder auf den Rücken und räkelte sich streckend auf dem Rücken herum. Ich freute mich :-)

Der Pfad wurde schnell wilder. Wir kamen an beeindruckenden Wurzeldächern und Wurzeltellern vorbei.

Wir kamen bald zu einem quer über dem Pfad liegenden Stamm. Er war dich und für Clara ziemlich hoch. Sie maß ihn im Kopf ab und sprang mit Elan drüber.

Ich blieb auf dem Stamm sitzen, wollte sie zu weiteren Srungübungen animieren. Das gelang: sie sprang so dicht an mir vorbei, daß mir klar war, sie wollte mich von ihm vertreiben und weiter wandern :-)

Leider war kurz nach diesem Stamm der Pfad nicht mehr da! Ich ging noch etwas weiter, hatte aber Angst mich zu verlaufen. Ok, Clara sollte mich zurück führen, was sie auch auf meinen Ruf "Zurück" sofort tat.

Am Weg, von dem dieser schmale Pfad abbog, beschloß ich auf diesem weiter zu gehen. Er war wie ein Damm angelegt - und richtig, wir sahen Wasserlachen zwischen den Bäumen. Vermutlich waren wasserundurchlässige Bodenschichten die Ursache. Wir haben solche "Wald mit nassen Füßen"- Stellen häufiger in der Egge.

Dieser Weg lag im Sonnenschein. Es war noch Vormittag, viele Tautröpfchen auf den Blättern am Boden blitzten im Licht. Clara rollte sich nicht mehr auf dem Boden herum, sie war hier nur am Gras interessiert. Langsam wurde es wärmer, wir gingen zum Auto zurück.


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, geboren 1945 in Wuppertal, hat seit inzwischen mehr als 50 Jahren Englische Bulldoggen und ist Gründungs- und Ehrenmitglied des "Verein der Freunde Englischer Bulldogs e.V. (1980-2009)"

Jetzt sollen die Bulldogs zusätzlich hier ihr eigenes deutsches Weblog bekommen. Jeder Leser kann Blog-Beiträge an Cornelia schicken, Eure Bulldog-Anekdoten, -Fotos und -Tipps für's Blog sind willkommen. Der jeweilige Autor behielt sein Copyright an Bildern und Text, gab aber Cornelia ein einmaliges, unwiderrufbares Nutzungsrecht für eine Veröffentlichung in diesem Blog.


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